Keine Angst vor fremden Ländern: Das 1 x 1 für aufmerksames, respektvolles Reisen und Entdecken

Reisen kann so einfach sein – und so wunderschön. Wer schon länger in ferne Länder reist, außergewöhnliche Destinationen wählt und sich immer wieder neu inspirieren lässt, der trifft sie oft. Die Kritiker. Die manchmal vielleicht gar keine sind, sondern eher Bewunderer, sie selbst nicht herauskönnen aus ihrer Situation, vielleicht Ängste haben, zumindest aber Respekt vor einer neuen Destination, vor der anderen Welt auf die man trifft und in die man sich erst einfinden muss.

Genau das ist aber auch der Reiz: Man kann so viel lesen über ein Land, so viele Bildbände durchblättern und Dokumentationen und Reisereportagen schauen – es gibt nichts, dass einem ein Land so nahe bringt, wie es selbst zu besuchen; Kultur, Geschichte und Menschen kennenzulernen und so auch die Gepflogenheiten des Gastgeberlandes zu erleben.

Gerade Länder auf den Kontinenten Afrika und Asien lösen bei einigen Skepsis bis hin zur Übervorsicht aus. Weil man vielleicht etwas im Fernsehen gesehen hat, das beunruhigend war oder weil sich bestimmte Klischees und Vorurteile in unseren Köpfen festgesetzt und etabliert haben. Vorsicht ist gut, Angst jedoch nicht, denn sie blockiert und sorgt so vielleicht dafür, dass einem etliche Erfahrungen und Erlebnisse verwehrt bleiben, weil man sich schlichtweg nicht auf alles eingelassen hat.

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  1. Vorbereitung ist alles

Man muss nicht alles wissen, man kann auch nicht alles wissen, solange man ein Land nicht besucht hat, aber es hilft dennoch sich einzulesen und die wichtigsten Hintergründe eines Reiselandes zu kennen. Oft kann man mit Hintergrundwissen nicht nur punkten, sondern vor allem ableiten, wieso bestimmte Dinge sind wie sie sind in einem Land, was es mit Traditionen, Sprache und Kultur auf sich hat und so Vorarbeit leisten.  Interesse und Neugier auf ein Land werden auch von den Bewohnern immer als positiv gewertet und erleichtern Einstieg und Kontaktaufnahme.

  1. Go’s und NoGo’s kennen: Behave like a local

Wer die wichtigsten Go’s und NoGo’s eines Landes kennt, kann nur gewinnen. Es hilft immer sich an ein Land und seine Gepflogenheiten anzupassen:

In Indien Schultern und Bein zeigen? Besser nicht, dafür ist es aber völlig okay, wenn man bei Frauen den Bauch sieht. In buddhistischen Ländern das Haar oder den Kopf eines andere berühren oder mit nackten Füßen über jemandem am Boden steigen? Bloß nicht. Der Kopf gilt als heilig und Füße als unrein. Auch für die Thais ist der Kopf das höchste Teil und damit heilig und sollte besser nicht berührt werden. In vielen muslimischen Ländern auf der Straße rauchen oder ein Bier trinken? Lassen wir lieber. Auch wenn wir es gewohnt sind, jemandem direkt in die Augen zu blicken, wenn wir ihn begrüßen, ist das in Südafrika zum Beispiel anders. Hier gilt es als sehr respektvoll, wenn man den Blick auch mal absenkt und dem Gegenüber nicht pausenlos direkt in die Augen schaut. Auf den ersten Blick scheinen das Kleinigkeiten zu sein, aber genau diese Kleinigkeiten machen den Unterschied. Mit einer Anpassung weicht man nicht von der eigenen Meinung ab, sondern zeigt sich respektvoll und tolerant. Schließlich ist man zu Gast in dem betreffenden Reiseland.

  1. Aufmerksam reisen

Was im eigenen Heimatland gilt, kann auch für das Reiseland nicht falsch sein: Nachts nicht allein lange Strecken nach Hause laufen, nicht die dunkelsten Gassen wählen. Nicht bei jemandem fremden mitfahren, die Handtasche bzw. die Wertsachen nah am Körper tragen, nicht dick auftragen und prahlen wenn es um wertvolle Gegenstände oder Bargeld geht. Auch in Berlin oder Köln werden Handtaschen geklaut, Menschen ausgeraubt oder es passieren schlimmere Dinge. Wer aufmerksam reist, schützt sich und denkt immer einen Schritt voraus. Ich muss morgen zu einem Termin, also frage ich mich vorher, in welchem Viertel das liegt, wie ich am besten dort hinkomme, ob es schon dunkel ist, wenn ich den Rückweg antrete.

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, der bemerkt eine ganze Menge und kann so schneller und passender reagieren. Das gilt für zuhause ebenso wie für anderswo in der Welt.

  1. Die Sprache lernen

Niemand muss zum Beispiel perfekt Xhosa sprechen, um sich in Südafrika fortzubewegen, aber es hilft, sich im Vorhinein mit der betreffenden Landessprache vertraut zu machen.  Zu zeigen, dass man sich für die Sprache des Landes interessiert, kann nur helfen: Im Umgang mit Locals, wenn man Hilfe braucht oder zu einem offiziellen Termin muss. Grundregel: 10 – 15 Worte oder Ausdrücke sollte man kennen.

Und zwar die hier:

  • Hallo/ Guten Tag
  • Auf Wiedersehen
  • Danke
  • Das macht nichts
  • (Trink-)Wasser
  • Ich heiße …
  • Ich brauche Hilfe.
  • Wo ist …
  • Ich spreche nicht so gut … (Sprache xy)
  • Wo ist das nächste Telefon?
  • Was kostet das?
  • Ich freue mich dich kennenzulernen
  • Was heißt …?
  1. Auf’s Bauchgefühl und die Intuition hören

Der eine findet er hat ein gutes Bauchgefühl und kann sich darauf verlassen, der andere meint ihm fehlt das richtige Gefühl; dennoch ist auf das eigene Bauchgefühl hören tendenziell nie falsch. Du bist in einer Situation und weißt nicht, wie du dich entscheiden sollst? Was sagt deine Intuition? Du willst etwas kaufen, bist dir beim Preis unsicher und meinst du wirst über den Tisch gezogen? Wenn dein Bauch das sagt, lass es. Auch brenzligen Situationen lassen sich oft vermeiden, wenn man auf die eigene Intuition hört. Wenn jemand oder etwas dir nicht vertrauenswürdig erscheint, dann hör darauf. In der Heimat kennt man seine Strukturen und weiß, wenn etwas gefährlich oder nicht ganz koscher ist, in neuen, fremden Ländern muss man oft einfach in sich hineinhören.

  1. Sich Unterstützung suchen

Du willst gern verreisen, vielleicht arbeiten in einem fremden Land, aber hast so etwas noch nie gemacht? Such dir Unterstützung. Das kann eine Freundin sein, die schon viele Jahre durch die Welt reist, aber auch eine Organisation, die dir hilft, deine Reise so zu planen wie du es möchtest. Es gibt Sicherheit, wenn man einen versierten Ansprechpartner hat. Du möchtest in deinem Wunschreiseland arbeiten, einen Volunteerdienst absolvieren oder ein Praktikum machen? Es hat Gründe, wie so Vermittler wie Travel to Grow existieren. Sie haben Erfahrung, kennen die Hürden und Fettnäpfen in den Ländern und haben tolle Netzwerke von denen man als Alleinreisender profitieren kann.

  1. Selbstvertrauen haben und sich nicht reinreden lassen

Gerade Menschen, die selbst noch nie weit gereist sind, noch in keinem Schwellen- oder Dritte-Welt-Land waren oder einfach nie die Möglichkeit hatten, aus ihrer gewohnten Umgebung auszubrechen, sind schnell besorgt oder kritisch. Es ist normal, dass Eltern oder Familie sich ein wenig Sorgen machen und es ist okay, dass sie diese äußern. Aber: Nur wer seine eigenen Erfahrungen macht, wird dadurch stark. Wenn man sich entschieden hat eine weite Reise anzutreten, hat das meist einen Grund und welcher ist da erstmal egal. Selbstbewusst und fundiert erklären, wieso man gerade diese Destination besuchen will und wie vorbereitet man ist, bewirkt wahre Wunder. Und natürlich darf man ein wenig aufgeregt sein, vor allem wenn es die erste weite Reise ist, aber: Nicht verunsichern lassen, vor allem nicht durch Menschen, die diese Erfahrungen nie gemacht haben. Nur wer sich etwas traut, macht seine eigenen Erfahrungen.

Und jetzt: Happy Traveling!

Author Maren

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